Nina Hofstetter (*1997) ist eine bildende Künstlerin aus Georgien, die derzeit in Deutschland lebt. Sie hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Bevor sie sich vollständig der Kunst widmete, studierte sie Betriebswirtschaft — ein Hintergrund, der ihre Praxis weiterhin prägt, durch strukturiertes Denken, organisatorisches Bewusstsein und ein differenziertes Verständnis komplexer Systeme.
Das Aufwachsen zwischen Kulturen und unterschiedlichen Lebensrealitäten hat ihre künstlerische Perspektive stark geprägt. Kindheitserinnerungen an Mythen, Märchen und Literatur verbinden sich in ihrer Arbeit mit Kunsttheorie, philosophischen Fragestellungen und interdisziplinärer Forschung. Ihre Praxis reflektiert ein ausgeprägtes Bewusstsein für Handwerk, Kunstgeschichte und Materialität, und verbindet intuitive Erkundung mit konzeptioneller Tiefe.
Sie lässt sich von natürlichen Zyklen, Träumen und individuellen sowie kollektiven Archetypen inspirieren. Ihre Arbeiten basieren auf direktem, handwerklichem Umgang mit Materialien und kombinieren häufig Zeichnung, Malerei, Druckverfahren und kleine skulpturale Experimente.
Ihr Prozess ist iterativ und intuitiv: Ideen entstehen aus Fragmenten, Impulsen und genauer Beobachtung, nicht aus linearer Erzählung. Die entstehenden Werke fangen Zustände ein — flüchtig, schwebend, liminal — Momente ohne klaren Anfang oder Ende, in denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft koexistieren.
Durch meine Malerei untersuche ich das feine Zusammenspiel von Traum und Realität, Komfort und Schrecken, Surrealismus und Abstraktion. Statt Narrative zu konstruieren, versuche ich Zustände der Wahrnehmung und emotionale Präsenz hervorzurufen.
Abstrakte Konzepte, Emotionen und Erfahrungen materialisieren sich als Figuren — menschliche und hybride Wesen, begleitet von Wurzeln, Pilzen, Vulkanen, Zellen und Bakterien. Diese Formen fungieren als Metaphern für Transformation, Vernetzung und Instabilität.
Meine Arbeit erforscht Sexualität, Lebenszyklen und die persönlichen sowie kollektiven Mythen, die wir uns erzählen. Musik, Sucht und Angst durchziehen diese Untersuchungen, die Intuition, Erinnerung und Unterbewusstsein einbeziehen.
Letzten Endes sehe ich die Erde als einen Organismus — ein dynamisches, atmendes und sich entwickelndes Wesen.