Die drei Keramikobjekte — ein Spiegel, ein Ohrringpaar und ein Kerzenhalter wurden für die Ausstellung Women and Other Monsters als Elemente eines spekulativen „Monster-Wohnzimmers“ entwickelt.
Die Arbeiten untersuchen das häusliche Interieur als psychologischen und ideologischen Raum. Traditionell als feminin kodiert, wird das Wohnzimmer hier zu einem Ort der Spannung: ein Raum, in dem Ornament von Dekoration zu Störung wird und das Vertraute sich dem Unheimlichen annähert.
Aus Ton geformt und in Rot getränkt, oszillieren die Objekte zwischen Verführung und Bedrohung. Der Spiegel reflektiert, destabilisiert jedoch; die Ohrringe rahmen den Körper und implizieren Transformation; der Kerzenhalter deutet auf Ritual statt auf Komfort. Rot fungiert nicht nur als Farbe, sondern als Signal — für Entblößung, Verletzlichkeit, Intensität und latente Gewalt.
Das „Monster“ ist hier keine Kreatur, sondern ein Zustand: ein Körper oder eine Identität, die sich keiner Einordnung unterwirft. Durch leichte Änderungen von Maß, Proportion und Oberfläche befinden sich die Stücke in einem Schwellenzustand — weder rein funktional noch vollständig symbolisch. Sie entziehen sich stabiler Kategorisierung.
Im Verhältnis zu meiner übergeordneten Praxis setzen die Objekte die Erforschung von schwebender Zugehörigkeit und instabiler Orientierung fort. Das Interieur wird zur Metapher für Identität selbst: konstruiert, inszeniert und dennoch nie vollständig gesichert. Die Objekte erscheinen räumlich verankert, bleiben aber konzeptionell in Bewegung — zwischen Schutz und Entblößung, Nähe und Distanz.